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Dienstag, 17.04.2007: Wir haben uns von allen Omis und Opis verabschiedet und den Tag noch einmal ganz intensiv mit unserem Sonnenschein genossen. Uwe und ich sind extrem nervös, da wir am Mittwoch morgen ins Krankenhaus sollen. Jonas macht das alles nix, er ist quitschvergnügt wie immer. Um 19:00 Uhr bekommt er seinen Gemüsebrei, den es sonst mittags gibt in der Hoffnung, daß der ein bißchen vorhält und so das Hungern ab 4:00 Uhr morgens nicht so schlimm wird. Das ist notwendig, da am Mittwoch morgen ein CT geschrieben werden soll und Jonas dafür eine leichte Narkose bekommen wird. Um 19:30 Uhr klingelt das Telefon, ein Assistenzarzt von Prof. Howaldt teilt uns mit, daß dieser am Donnerstag verhindert ist und die OP daher abgesagt werden muß. Als neuer OP - Termin wurde der 10.05. festgelegt.
 
Ich hab' daraufhin erstmal einen kleinen Nervenzusammenbruch. Mein Mann findet mich heulend am Telefon und nachdem ich ihm erklärt habe, was passiert ist, ruft er nochmal im Krankenhaus an und fragt nach, was das soll und erklärt, daß ich im Mai wieder arbeiten gehe und dann nicht bei meinem Sohn bleiben könne. Uns wird Rückruf am Mittwoch abend zugesagt.
 
 
Relaxen bevor es ins Krankenhaus geht
Der Tag vor der OP. Wir genießen den Tag im Garten.
 
 
Mittwoch, 18.04.2007: Wir hatten eine unruhige Nacht, irgendwie hat die abgesagte OP uns ganz schön zugesetzt. Um 13:00 Uhr ein Anruf von Herrn Prof. Howaldt, der uns mitteilt, daß er seinen Termin am Donnerstag absagen konnte und nun mit Intensivstation und Station in der Kinderklinik klären muß, ob doch am Donnerstag operiert werden kann. Wir sollen uns bereithalten. Um 14:00 Uhr dann der Anruf, es wird operiert, wir sollen sofort in die Klinik kommen.
 
Um 15:00 Uhr melden wir uns auf Station Pfaundler. Jonas wird dort erstmal gründlich untersucht und dann wird ihm ein Zugang gelegt. Die Versuche am linken und rechten Händchen schlagen leider fehl, erst im dritten Anlauf klappt es und der Zugang liegt am Fuß. Ich denke, zu dem Zeitpunkt hatte Jonas von Ärzten schon genug ... Über den Zugang wird dann ein Medikament gespritzt, daß Jonas schlafen lassen soll. Dann wird er per Krankentransport zum CT gefahren. Zurück auf Station beziehen wir unser Zimmer und Jonas schläft fast den restlichen Tag.
 
Er bekommt eine Infusion, um einen "Flüssigkeitsvorrat" für die OP anzulegen. Nachts stille ich ihn um 2:00 Uhr zum letzten mal.
 
Donnerstag, 19.04.2007: Um 5:00 Uhr stehe ich mit Jonas auf und wandere durch die Krankenhausflure, um ihn ruhig zu halten. Um 7:30 Uhr werden wir dann von einer Schwester zum OP geführt, wo Jonas von dem (sehr netten!!!) Anästhesisten über den Zugang schlafen gelegt wird. Ich darf ihn im Arm behalten, bis er eingeschlafen ist und verabschiede mich schweren Herzens von meinem Sonnenschein. Vor dem OP fließen dann bei mir erstmal Tränen ... Hoffentlich bekomme ich mein Mäuschen heil wieder ...
 
Um 14:30 Uhr sieht mein Mann vom Balkon der Station Pfaundler aus den Krankentransport vom OP zur Intensivstation fahren. Wir warten auf den Anruf, daß wir zu ihm dürfen ... Um 15:15 Uhr rufen wir an und uns wird gesagt, wir könnten in etwa 30 Minuten zu ihm. Um 15:45 Uhr finden wir uns auf Intensivstation ein, müssen aber trotzdem nochmal beinahe eine Stunde darauf warten, bis wir zu Jonas dürfen. Das war für mich extrem hart ... Ich wollte zu meinem Sohn und durfte nicht
 
Um 16:45 Uhr dürfen wir dann endlich zu Jonas. Er sieht so winzig aus, und überall sind Kabel, Schläuche und Elektroden angebracht. Ich hätte ihn gern auf den Arm genommen, aber wegen der vielen Kabel ging das leider nicht. Wir bleiben etwa 30 Minuten bei ihm, länger kann ich nicht stehen (ich hatte bis dahin kaum etwas gegessen oder getrunken) und leider gab es auf der Intensivstation keine Stühle für Besucher.
 
Um 18:30 Uhr gehen wir nochmal auf die Intensivstation, um nach Jonas zu sehen, bevor wir nach Hause fahren. Wir müssen bis 19:45 Uhr warten, bis wir zu ihm dürfen. Diesmal ist er ganz dick eingepackt, mit zwei Decken und Mütze. Die (ebenfalls sehr nette!!!) diensthabende Krankenschwester erklärt uns, das seine Temperatur vermutlich aufgrund des Blutverlustes auf 36°C abgefallen sei und er deshalb warm gehalten wird. Außerdem bekommt er eine Infusion, möglicherweise sei eine weiter Fremdblutgabe erforderlich. Aber nix, worüber man sich Sorgen machen müsse. Leider dürfen wir nur 10 Minuten bei ihm bleiben, dann ist Schichtwechsel und wir müssen uns verabschieden. Das ist mir extrem schwer gefallen, nicht bei meinem Sonnenschein bleiben zu dürfen (das hatte ich auch im Gespräch vorher ganz anders verstanden ...). So habe ich die erste Nacht seit seiner Geburt ohne Jonas verbracht.
 
 
Jonas 24 h nach der OP
Jonas etwa 24 Stunden nach der OP. Das Gesicht ist ein wenig angeschwollen.
 
 
Freitag, 20.04.2007: Morgens um 9:30 Uhr sind wir auf Intensivstation, um nach Jonas zu schauen. Uns wird gesagt, daß Visite sei und wir zwischen 30 und 90 Minuten warten müssen. Wir warten bis 11:00 Uhr, bevor wir nochmal nachfragen. "Oh ... ja klar, gehen sie ruhig rein ..." Man hatte uns ganz offensichtlich vergessen. Ganze 5 Minuten dürfen wir bei Jonas bleiben, bis wieder Schichtwechsel ist und wir gehen müssen. Dabei sehe ich ein Obstgläschen an Jonas' Bett stehen ... Auf Nachfrage erfahre ich, daß Jonas nachts Tee bekommen hat (... "den wollte er garnicht trinken ... wir mußten ein bißchen sanfte Gewalt anwenden" ....) und während wir darauf warteten, ihn zu sehen, ein halbes Obstgläschen gegessen hat.
 
Ich war ziemlich wütend .... Jonas ist ein Stillkind, verweigert Fläschen grundsätzlich und hat in seinem Leben noch niemals Obst gegessen ... Hätte man mir nicht zuvor erzählt, daß er auf Intensiv nur intravenös ernährt wird, hätte durchaus die Möglichkeit bestanden, abgepumpte Muttermilch dortzulassen, die man ihm mit dem Löffel hätte füttern können. Und das Obstgläschen fand ich ziemlich hart. Nicht, daß der Kleine gerade eine große OP hinter sich hat, muß man ihm dann ohne Nachfrage irgendetwas füttert, von dem man nicht weiß, ob er es verträgt? ... Ich bin immer noch sprachlos, zumal ich ja in greifbarer Nähe, nämlich im Wartezimmer saß und ihn auch hätte stillen oder zumindest Milch abpumpen hätte können.
 
Naja, auf jeden Fall wurde uns gesagt, daß Jonas etwa gegen 14:00 Uhr auf Station Pfaundler verlegt wird. Wir haben dort angerufen und gebeten, uns Bescheid zu geben, sobald er ankommt. Die Zeit nutzten Uwe und ich, etwas zu essen. Als der Anruf um 12:30 Uhr kam, brauchten wir etwa 10 Minuten, um zu Jonas zu kommen. Er hat sich aber während des Transportes wohl so sehr aufgeregt, daß man ihm etwas zur Beruhigung spritzen mußte. Als wir bei ihm waren, schlief er.
 
Der Rest ist ziemlich schnell erzählt: Freitags war Jonas' Gesichtchen ein bißchen angeschwollen, die Augen bekam er aber noch auf. Er schlief viel, bekam auch den ganzen Tag noch Schmerzmittel. Wenn er wach wurde, habe ich ihn überm Bett stehend gestillt und er ließ sich relativ leicht beruhigen. Von einer der Schwestern bekam Jonas zwei Arnika-Globuli. Die Ärzte warnten uns vor, daß Jonas Gesicht vermutlich am nächsten Tag noch schlimmer zuschwellen wird.
 
 
Jonas 2 Tage nach OP
Jonas 2 Tage nach der OP. Die Schwellung ist schon deutlich zurückgegangen.
 
 
Samstag, 21.04.2007: Morgens um 3:00 Uhr grinst er die Nachtschwester an und flirtet mit ihr. Jonas Gesicht ist schon deutlich abgeschwollen. Die Krankenschwester macht ihm eine Wasserauflösung mit Globuli, die er über den Tag verteilt von uns bekommt. Schmerzmittel bekommt er nur noch, wenn es nötig ist, nicht mehr permanent.
 
Mittags wird die Drainage gezogen. Das ziehen selbst übersteht Jonas tapfer und fast ohne weinen. Das ablösen der Heftpflaster findet er aber extrem blöd und jetzt fließen auch Tränen. Den Rest des Tages ist ihm ein bißchen übel, vermutlich als Reaktion auf eines der Schmerzmittel oder wegen des Ziehens der Drainage. Er verweigert die Brust und bekommt daher wieder eine Vollinfusion angehängt. Erst nach 20:00 Uhr läßt er sich wieder stillen, aber davon abgesehen, geht es ihm schon wieder richtig gut. Ich kann kaum glauben, daß die OP gerade mal 48 Stunden her ist.
 
 
Jonas am 3 Tag
Nach 3 Tagen. Noch verkabelt, aber schon wieder putzmunter
 
 
Sonntag, 22.04.2007: Die Schwellung ist nahezu verschwunden. Nur Jonas' rechtes Auge ist blau, als hätte er einen Boxkampf verloren Ärzte und Schwestern sind über seine rasche Heilung erstaunt. Er lacht, ist fröhlich und feixt mit jedem, der ihm begegnet.
 
 
Jonas 4 Tage nach OP
Am vierten Tag erinnert nur noch das blaue Auge an die OP.
 
 
Montag, 23.04.2007: Wäre nicht die Narbe auf seinem Kopf, würde man nicht glauben, daß der Kleine frisch operiert ist. Morgens bekommt er den ZVK gezogen, nur noch der Zugang am Fuß bleibt. Jonas langweilt sich im Krankenhaus zwischenzeitlich zu Tode. Nachmittags zur Visite fragen wir Prof. Christofis, wann wir nach Hause dürfen: Mittwoch!!!! Bis dahin bekommt Jonas noch 2 x täglich Antibiotika über den Zugang am Fuß gespritzt, sonst ist er völlig kabel- und medizinfrei.
 
 
Der vorletzte Tag
Der vorletzte Tag im Krankenhaus. Hier erkennt man gut den Verlauf der Narbe.
 
 
Dienstag, 24.04.2007: Wir warten nur darauf, nach Hause zu dürfen.
 
Mittwoch, 25.04.2007: Morgens wird nochmal Blut abgenommen, um zu prüfen, ob alle Werte in Ordnung sind. Als das feststeht, kommt das okay, um 14:30 Uhr verlassen wir die Klinik.
 
Montag, 30.04.2007: Heute wurden die Fäden gezogen. Am 07.06.2007 sollen wir nochmal zur Cranio-Sprechstunde, um zu prüfen, ob alles in Ordnung ist.
 
Mal von der Episode auf der Intensivstation abgesehen, haben wir uns in Gießen wirklich gut aufgehoben gefühlt. Die Schwestern und Ärzte auf Station Pfaundler waren alle supernett und hatten immer ein offenes Ohr und Zeit, wenn notwendig. Dafür nochmal an dieser Stelle mein allerherzlichstes Dankeschön!
 
 
2 Wochen später
Genau zwei Wochen nach der OP ist Jonas wieder ganz der Alte.