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Am Sonntag, 15.10.2006 saßen wir mit Freunden im Garten. So gegen 18:30 Uhr stehe ich auf und merke, wie bei mir etwas läuft ... Bin dann schnell rein in die Wohnung und hab' einen Test gemacht, ob es sich bei dem Schwups Flüssigkeit um Fruchtwasser handelt. Der Test sagte aber "Urin". Etwa gegen 19:30 Uhr merke ich, wie mein Bauch in regelmäßigen Abständen hart wird, genau alle 10 Minuten. Aber ohne Schmerzen oder sonstiges. Etwa 1 Stunde später bekam ich dann dolle Rückenschmerzen und so gegen 21:30 Uhr war relativ klar, daß ich Wehen habe in Abständen von 10 Minuten. Aber keine dollen, ich hatte schon schlimmere Krämpfe während meiner Periode.
 
Um 23:00 Uhr bin ich dann ganz naiv ins Bett und dachte, ich könnte bis morgens schlafen und dann mit meinem Schatz ins Krankenhaus fahren. War aber nix: Auch wenn die Wehen nur sehr schwach waren, sie kamen eben alle 10 Minuten und haben mich damit am Einschlafen gehindert.
 
Gegen 2:00 Uhr verkürzten sich die Abstände auf 8 Minuten und als ich um 3:00 Uhr nur noch 7 Minuten zwischen den Wehen hatte, hab' ich meinen Schatz geweckt. Erst mal im Krankenhaus angerufen, was ich jetzt machen soll, weil regelmäßige wehen, aber ohne großes "Aua". Die Hebamme mußte herzlich lachen und hat mir erklärt, daß sich das telefonisch nicht wirklich sagen läßt, wir sollten doch einfach mal losfahren.
 
Gesagt, getan. Gegen 4:30 Uhr waren wir dann in der Klinik. Wehenabstand plötzlich wieder 10 Minuten. Aber nach der Untersuchung meinte die Hebamme, daß der Muttermund sich öffnet und daß ich am Tagesende mein Baby wohl im Arm halten werde. Sie guckte nur besorgt, weil der Kleine immer noch nicht ganz tief im Becken saß. Sie nannte das einen "ungewöhnlichen Befund". Naja, wir wurden dann erstmal aufs Zimmer geschickt, um noch ein bißchen Ruhe und Kraft zu tanken ... Nichts mit klassisch stundenlang spazierengehen und so, daß fand ich irgendwie angenehm. Während ich dann alle 7 - 10 Minuten eine Wehe veratmet habe, hat Schatzi in den Wehenpausen mit mir schonmal meinen Speiseplan für die Woche zusammengestellt. Ist ja wichtig ... Bloß konnte ich mich später an kein einziges Gericht mehr erinnern, für das ich mich angeblich entschieden habe ;-)
 
Gegen 7:30 Uhr hat die Hebi uns wieder in den Kreißsaal gerufen. Es wurde CTG geschrieben und zwischendrin hab' ich immer mal wieder eine Wehe veratmet. Danach bin ich für etwa 1 Stunde in die warme Badewanne ... Das tat so gut! Die Wehen waren zwar auch so immer noch sehr erträglich, aber in der Badewanne hab' ich sie kaum noch gespürt.
 
Um 10:00 Uhr wurde die Hebamme dann abgelöst, glücklicherweise durch die Hebi, bei der ich auch den Geburtsvorbereitungskurs hatte. Ein echter Glückstreffer!! Bei der ersten Untersuchung stellte die Hebi dann fest, Muttermund 6 cm geöffnet, aber Kind leider immer noch nicht da, wo es hingehört *grummel*. Sie hat dann ein Ultraschall machen lassen, bei dem sich Ärztin und Hebamme ständig besorgt anguckten und über die Lage der Augen fachsimpelten. Ich lag dafür etwa 30 Minuten auf dem Rücken, hatte 3 Wehen und die Ärztin hat mich behandelt wie ein Stück Brot. Mann, war ich sauer. Zu dem Zeitpunkt war ich fast sicher, daß das ganze auf einen Kaiserschnitt herausläuft, aber die Hebi antwortete auf meine Fragen immer ausweichend.
 
Um 11:00 Uhr war der Muttermund 8 cm geöffnet. Wehen waren immer noch sehr erträglich und kamen in 5 Minuten-Abständen. Genau da hab' ich gedacht: "So eine Geburt ist doch ein Klacks ... noch zwei Zentimeter, die schaff ich jetzt auch noch. Und so schrecklich sind Wehen ja gar nicht" ... Ich hatte zu dem Zeitpunkt immer noch Wehen in der Stärke starker Menstruationsschmerzen, aber nix, was mich umgehauen hätte. Tja, aber Hochmut kommt vor dem Fall .....
 
Um 11:05 Uhr hat die Hebamme die Fruchtblase geöffnet, um 11:25 Uhr hat sie mir ein Nasenspray gegeben, damit die Wehen in kürzeren Abständen kommen. Um 12:00 Uhr hielt ich das Nasenspray für die blödeste Idee der Welt, weil Wehen im Abstand von 3 Minuten und sehr viel heftiger als vorher. Um 12:15 Uhr riet die Hebamme mir zur PDA. Da ich die Wehen trotz aller Heftigkeit noch gut veratmen konnte, wollte ich das erst ablehnen. Sie meinte aber, daß mir die Enstpannung, die eine PDA bringt, gut tun würde und daß der Kleine dadurch vielleicht auch endlich tiefer rutschen würde. Also gut, ich hab' eingewilligt, fest davon überzeugt, daß direkt nach der PDA die Rede auf den Kaiserschnitt kommen würde. Die Sorge in den Augen der Hebamme war irgendwie nicht zu übersehen.
 
Und ich mußte mich hinlegen, weil die Hebamme "Milimeterarbeit" ankündigte, um den Kleinen durchs Becken zu lotsen. Soundsolange auf der linken Seite, soundsolange auf der rechten Seite ... Und im liegen hatte ich kaum Möglichkeiten für mich, die Wehen zu veratmen. Ich hab' die Hebamme dafür gehaßt!!!!
 
Tja, und dann hab' ich zwei Stunden lang so etwas wie einen Blackout. Keine 5 Minuten, nachdem ich mich für die PDA entschieden habe, kam plötzlich Wehe auf Wehe, ohne Pause. Ich war so weggetreten, daß ich kaum mitbekommen habe, daß die Hebamme fünf Anläufe brauchte, um mir eine Braunüle zum Blutabnehmen für die PDA zu legen. Die Braunüle hat schließlich mein Mann gelegt (wie gut, wenn man mit einem Sanitäter verheiratet ist *grins*). Bis der Laborbefund für das Blut da war und die Narkoseärztin kam, war es 13:45 Uhr und ich glaube, zu dem Zeitpunkt war ich geistig überhaupt nicht mehr anwesend. Ich war von den Wehen total überrollt. Und dann sagte die Narkoseärztin auch noch "Ich darf Ihnen die PDA garnicht legen ... Sie wollten Chefarztbehandlung, und ich bin kein Chefarzt". Hätte ich gekonnt, ich hätte sie umgebracht. Zu dem Zeitpunkt hätte mir gern jeder Praktikant eine PDA legen dürfen, wenn dadurch nur die Wehen erträglicher geworden wären.
 
Naja, ein bißchen rumtelefoniere und sie durfte mir die PDA dann tatsächlich legen. Mir wurde ein Wehenhemmer gespritzt (was hab' ich die Hebamme vorher darum angebettelt und sie wollte mir keinen geben :-)  ), die PDA gelegt und so gegen 15:00 Uhr bekam ich dann ein Mittel, daß die Wehen wieder auslöste.
 
Ich hatte vielleicht noch ein oder zwei normale Wehen, und dann setzten schon die Preßwehen ein. Mein Mann meinte später, er war froh für das Seil, an dem ich mich festgeklammert habe. Wären das seine Hände gewesen, hätte er jetzt wohl beidseitig Gips :-D.
 
Und um 15:46 Uhr ist unser Träumerle dann auf die Welt geflutscht. Wo doch selbst die Ärztin morgens noch davon gesprochen hatte, daß er einen recht kleinen Kopf hätte und ihn auf etwa 3.500 g geschätzt hat, waren seine Maße für alle mehr als überraschend: 4.120 g, 54 cm und 37 cm Kopfumfang.
 
Am nächsten Tag kam die Hebamme von der Nacht, um mir zu gratulieren. Und dabei erwähnte sie, daß wir tatsächlich nur haarscharf an einer Sectio vorbeigeschlittert sind: der Kleine war ein "Sternengucker" und ist deswegen nicht richtig ins Becken gerutscht. Nur der "Milimeterarbeit" meiner Hebamme, für die ich sie unter der Geburt so gehaßt habe, hab ich es zu verdanken, daß ich meinen Jonas auf natürlichem Weg entbinden konnte.
 
Und für dieses wunderbare Erlebnis bin ich ihr unglaublich dankbar.